10 Fragen an Janina Dax

Janina Dax

Von Maximilian Beyer und Karin Stork // 13. Oktober 2021


„Beobachten, nachahmen und übertreffen!“: Janina Dax erzählt im „10 Fragen an..."-Interview von ihren antiken Rhetorik-Vorbildern und was man als Teil des Publikums bei einer Präsentation lernen kann. Sie arbeitet am Seminar für Allgemeine Rhetorik der Uni Tübingen und ist schon seit vielen Jahren Trainerin bei Jugend präsentiert.

 

1. Wie bist du zu Jugend präsentiert gekommen?

Im Rahmen meines Rhetorikstudiums an der Universität Tübingen nahm ich am ersten Durchgang der Trainerakademie teil, die von Carmen Lipphardt geleitet wurde. Wir durften während der Ausbildung zur Rhetoriktrainerin und zum Rhetoriktrainer an den verschiedensten Veranstaltungen von Jugend präsentiert mitwirken: Zum Beispiel war ich damals in Bonn auf dem MT I, habe ein Training bei den Qualifikationen gegeben und war in der Jury und beim Finale in Berlin dabei.

2. Wie stehst du heute in Verbindung mit Jugend präsentiert?

Ich arbeitete als wissenschaftliche Hilfskraft an der Forschungsstelle für Präsentationskompetenz in Tübingen. Außerdem bin ich als Trainerin für Jugend präsentiert in den verschiedensten Formaten tätig.

3. Was ist deine schönste Jugend präsentiert-Anekdote?

Da gibt es einige, die erzähle ich aber am liebsten bei einer Tasse Tee.  

4. Jugend präsentiert ist für mich…

…ein wunderbares Projekt, das einen wertvollen Beitrag zur Förderung und Erforschung von Präsentationskompetenzen von Schülerinnen und Schülern leistet.

5. In 3 Worten – wie muss für dich eine gute Präsentation aussehen?

überzeugend, anschaulich, informativ

6. Selbst präsentieren oder lieber im Publikum sitzen?

Definitiv beides: Ich präsentiere selbst sehr gerne. Ebenso viel Freude bereitet es mir allerdings auch, anderen bei einer Präsentation zuzusehen. Denn beim Beobachten lerne ich auch immer selbst etwas dazu. Bereits in der Antike wurde Rhetorikschülern die imitatio, also die Nachahmung von Vorbildern, empfohlen. Quintilian gibt in seiner Institutio oratoria den Ratschlag, berühmte und exzellente Redner bei ihren Vorträgen zu beobachten, nachzuahmen und dabei am besten noch zu übertreffen.

7. Welche Disziplin im MINT-Bereich fasziniert dich am meisten?

Die Biologie fasziniert mich schon immer. In diesem Jahr habe ich aber auch besonders die Entwicklungen der Astronomie und Raumfahrt bewundert.

8. Warum?

Alle MINT-Bereiche bringen stetig äußerst spannende Ergebnisse hervor, weshalb ich es schwer finde, mich auf einen Bereich festzulegen. In der Biologie beispielsweise bin ich sehr von Jane Goodall und ihren Forschungen mit Schimpansen fasziniert. Auch ihre persönliche Geschichte - eine Frau ohne Studium, die zu einer weltweit bekannten Affenforscherin wird - ist besonders inspirierend. Dieses Jahr hat mich bisher jedoch die Landung des Rovers "Perseverance" auf dem Mars am meisten begeistert. Den Landeflug habe ich live mitverfolgt - die sogenannten „seven minutes of terror“ waren unheimlich spannend.


9. Welchem Publikum würdest du gerne mal welches Thema präsentieren?

Ich würde gerne einmal auf einer TED Talks Bühne stehen.


10. Was ist dein ultimativer Tipp für eine gelungene Präsentation?

Ganz nach Martin Luther: "Tritt fest auf, mach's Maul auf, hör bald auf!". Dahinter verbergen sich gleich mehrere Tipps, die ebenfalls schon in der Antike formuliert wurden: Die Klarheit (claritas), also sich verständlich und klar auszudrücken; die Persuasion, also durch Sprache, Argumente und den Auftritt zu überzeugen sowie die Kürze (brevitas), d. h. kurz und pointiert zu sein.

Foto © Gerhard Kopatz für Jugend präsentiert


Maximilian Beyer und Karin Stork

Projektbüro // Wissenschaft im Dialog Berlin